RUPERT
BIOGRAFIE
LAUDATION MUSIKTAGE EMSBÜREN
 
 
 
 
 
 
 
HOME
             

... von der Musik gezeichnet ...
Rupert Hörbst – MusikerkarikaturenAusstellung anlässlich der 36. Emsbürener Musiktage
...
Rupert Hörbst hat seine Bilder so ausgestattet, dass sie Botschaften enthalten, die wir alle verstehen, die uns alle ansprechen.
Und diese Botschaften sind einfach: Es geht um die Musik, es geht um Humor, um Lachen und Staunen und Freude.

Freude
Wenn wir uns also  mit der Bereitschaft zum Staunen und Lachen auf den Weg durch diese Ausstellung begeben,
fällt uns möglicherweise eines auf:
Wir haben es hier zwar mit Karikaturen zu tun, doch nicht mit groben oder derben; es gibt keinen bösen Witz auf Kosten anderer.
Niemand wird in seinem Unglück auch noch verspottet, niemand wird herabgesetzt. Vielmehr äußert sich Rupert Hörbst in seinen Bildern höchst vergnüglich zu Lust und Last des Musizierens. Und er versetzt uns mit subtil dosierter Phantasie immer wieder in  Erstaunen.
Und über allem steht die Freude.
Wir spüren, dass er selbst Freude an seinen Themen, an seinen kleinen Helden und dem Musizieren hat.
Und so ist er auch in der Lage, Freude bei uns zu wecken.

Und - nicht zu vergessen – Rupert Hörbst ist auch Meister des Spiels mit der Sprache. Was er alles aus Wortspielereien und sprachlichen Missverständnissen durch allzu wörtliches Verstehen bzw Missverstehen in seine Bilder trägt, hat schon nahezu Karl Valentin´sche Qualität.
Und wenn er dann nicht nur die Lust, sondern auch die Last beim Musizieren beschreibt, wie zB beim verzweifelten Oboenspieler, dem partout das, was er möchte, nicht gelingen will, und bei dem die Qual des Übens deutlich sichtbar wird, dann ist das schon wieder so schön überzeichnet, dass der Betrachter seine Freude an der unfreiwilligen Komik findet. Die er ja auch kennt.
Wie häufig stellen wir uns nicht auch so urkomisch an, wenn es gilt, etwas Neues zu erlernen, angefangen im Sport, im Urlaub,
im Haushalt, manchmal sogar in der Politik.
Aber bei Hörbst haben selbst diese Missgeschicke ihren Reiz, und die Betroffenen werden noch liebevoll präsentiert. Seine unendlich vielen kleinen Helden scheinen sich ohnehin in der Hörbstschen Bilderwelt sehr wohl zu fühlen, und ich glaube, das einzige, was sie wirklich übel nehmen, ist ein flüchtiger Blick. Sie wollen Zeit: zu Recht.

Portraits:
Ein ganz besonderer „Hingucker“ in der Ausstellung sind die Portraits, Darstellungen uns bekannter Musiker in ihrem teils auch verfremdeten Umfeld. Mit der Konzentration auf das menschliche Gesicht, der eingentümlichen Genauigkeit und der originellen Umkleidung lässt Hörbst Neugier aufkommen. Man möchte wissen, was in seinen Dargestellten und ihrem Ambiente mitschwingt. Mir ging es besonders bei dem Portrait von Hans Gansch so. Man möchte auch wissen, was Bernstein gerade denkt, und ob Schostakowitsch jemals mit seinen Buchstaben wieder klarkommt.
Und so, wie Louis Armstrong vor Begeisterung geradezu sprüht und diese Begeisterung auch auf seine Musiker versprüht, so, ja so sollen auch wir durch die gesamte Ausstellung animiert werden. Aber das erfordert auch Bereitschaft zum geduldigen Blick. Auch die Portraitierten nehmen es uns übel, wenn wir uns nur mit dem Erkennen begnügen.

Schluss
Lassen wir uns also anstecken von dem Zauber, dem Lachen und dem Staunen, dem vergnüglichen Staunen, wenn es Hörbst wieder und wieder gelingt, uns einige seiner  (der musikslischen Welt entlockten) Geheimnisse vor Augen zu führen.
Und dabei sogar unser Emsbüren in seinen Blättern eine Platz findet.
Viele Dinge sehen wir vielleicht erstmalig so, und der feine Humor in seinen Werken tut sein übriges.
Kein Geheimnis dürfte uns die Freude in den Gesichtern seiner Musizierenden sein.
Die ist uns nicht fremd. Wer will, kann sie alljährlich in den Gesichtern der zu uns aus der ganzen Welt angereisten Musikern und ihrer Lehrer erleben Ihre – uns beglückende – Freude am gemeinsamen Spiel, die Rupert Hörbst in seinen Bildern so wunderbar eingefangen hat. Ich wünsche Ihnen allen daher viel Vergnügen bei Ihrer fröhlichen Reise durch diese Ausstellung und ich bin mir sicher, dass das heutige Betrachten nur der Auftakt sein wird.

...